Haiti: schnell und unkompliziert helfen

19. Januar 2010 by

Ausnahmsweise geht’s mir heute mal nicht um Kommunikation, Kultur und Kommerz, sondern um die menschlichen Katastrophen nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti am 12. Januar 2010. Damit verbunden ist die Frage, wie wir hier im beschaulichen Süddeutschland helfen können. Eine Frage, die uns auch unsere Kinder dieser Tage beim gemeinsamen Durchblättern der Tageszeitung am Frühstückstisch gestellt haben.

Schnell und unkompliziert online spenden
Zahllose Organisationen rufen zu Spenden auf. Eine der Organisationen, die sehr schnell arbeitet und sehr wenig Geld in Marketing und Verwaltung steckt, ist Ärzte ohne Grenzen, deren Helfer meist ehrenamtlich tätig sind. 1999 wurde Ärzte ohne Grenzen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Wir haben uns entschieden, Ärzte ohne Grenzen zu unterstützen, weil wir überzeugt sind, dass diese Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Ich war übrigens auch sehr positiv überrascht, wie einfach und unbürokratisch man übers Internet per Einzugsermächtigung spenden kann. Hier geht’s zur Spendenseite. Oder einfach auf das Logo klicken:

Weitere Informationen über Ärzte ohne Grenzen finden Sie hier:
Homepage Ärzte ohne Grenzen
Wikipedia-Eintrag Ärzte ohne Grenzen
Blog aus Haiti Ärzte ohne Grenzen

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

Norbert Kraas & Corinna Kern

Haiti 2010: Ein Team von Ärzte ohne Grenzen operiert in einem provisorischen OP-Bereich vor dem Carrefour Krankenhaus, unter ihnen die deutsche Krankenschwester Anja Wolz. Quelle: www.aerzte-ohne-grenzen.de

Qatna, Metzingen oder was bleibt?

2. Januar 2010 by

Wunderschönes Exponat der Qatna Ausstellung. Quelle: Landesmuseum Stuttgart

Sehenswerte Schönheit
Vor ein paar Tagen waren wir mit unseren Kindern in der sehenswerten Ausstellung über das Stadtkönigreich Qatna, einer Handelsmetropole, die vor mehr als 3500 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Syriens existierte und 1340 vor Christus von den Hethitern komplett zerstört wurde.

Dem Tübinger Archäologie-Professor Peter Pfälzner ist dort Jahr 2002 ein sensationeller Grabungserfolg gelungen. Die wichtigsten Ausgrabungsstücke von Qatna werden jetzt erstmals in Stuttgart gezeigt. Es handelt sich um wunderschöne Fundstücke (Waffen, Schmuck, Alltagsgegenstände, Schriftrollen mit Keilschrift), die zum größten Teil so ästhetisch und filigran gearbeitet sind, das einem beim Betrachten vor Ehrfurcht die Kinnlade runterklappt.

Was bleibt von uns?
Wenige Tage nach dem katastrophalen und lächerlich erfolglosen Klimagipfel in Kopenhagen fragt man sich da natürlich schon mal, was dereinst ehrgeizige Archäologen in 1000, 2000 oder 3000 Jahren von uns finden werden?

Statt gut erhaltener Keilschrift-Tafeln vielleicht Festplatten mit unlesbaren PowerPoint-Daten?
Oder die Überreste von architektonischen Bankrotterklärungen wie, sagen wir mal, Kreissparkassen- oder Volksbankfilialen der 1970er Jahre?
Oder ein paar verrottete Atomkraftwerks-Sarkophage wie der von Tschernobyl, der jetzt schon im Zerfall begriffen ist und munter vor sich hinstrahlt?
Oder die letzten Reste von einem dieser gigantomanischen Outlet-Zentren. Metzingen wäre hier ein gutes Beispiel und wurde ja sogar mal von dem großen Lyriker Robert Gernhardt in einem Gedicht verewigt:

Das Schöne gibt uns Grund zur Trauer
Das Häßliche erfreut durch Dauer

lauten die letzten beiden Zeilen („Nach dem er durch Metzingen gegangen war“, nachzulesen in dem schönen Gedichtband „Körper in Cafés“).

Hinterlassen wir womöglich nur ein paar gigantische Müllhalden wie diesen Plastikmüll-Strudel, der mit knapp 1,4 Mio. qkm fast 4 Mal so groß ist wie die Bundesrepublik und seit Jahrzehnten im Nordpazifik zwischen Kalifornien und Hawaii wächst und wächst?

Albatros-Küken, verendet an "Plastikfutter". Quelle: New York Times

Wohin das führt, konnte man unlängst Im New York Times Blog mit Entsetzen bestaunen. Der US-amerikanische Fotograf Chris Jordan hat auf dem Midway Atoll tote Albatros-Küken fotografiert, die von ihren Vogeleltern versehentlich mit Plastikmüll „gefüttert“ wurden und daran verendet sind.

Aber trotzdem
Aber – dem Hässlichen und Gewöhnlichen zum Trotz glauben wir bei Kraas & Lachmann auch im neuen Jahr an Vernunft, Qualität, Schönheit und ästhetischen Anspruch in Graphik, Text und Fotografie.

Ein schönes neues Jahr wünsche ich Ihnen und Ihren Familien!

Das perfekte Briefing

30. Oktober 2009 by

Perfektes Briefing
Klare Worte: Briefing von Mick Jagger. Quelle: www.swiss-miss.com

Briefing, dazu gibt es unzählige Definitionen im Internet, und manchmal habe ich den Eindruck, dass da jede und jeder was anderes drunter versteht. Ursprünglich kommt dieser Begriff aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Kurzbesprechung oder Kurzeinweisung. Das Wort Briefing wurde zuerst beim Militär verwendet und entspricht dem, was man heute Lagebesprechung vor dem Tagesbefehl nennt. Piloten sprechen heute noch von Briefing.

Beim Briefing in unserer Branche geht es im wesentlichen darum, wer (Anbieter) wem (Zielgruppe) womit (Medium) was (Inhalt) sagen will. So einfach ist das. In so fern ist das Briefing, das Mick Jagger für Andy Warhol geschrieben hat, ziemlich gut und witzig dazu. Es ging übrigens um die Gestaltung des Plattencovers für das absolut legendäre und auch heute noch hörenswerte Album STICKY FINGERS.

Gut gemeint ist nicht gut gemacht

15. Oktober 2009 by

„Ideen zu haben ist himmlisch, sie auszuarbeiten die Hölle.“ Dieses Zitat wird dem belgischen Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Maurice Maeterlinck (1862–1949) zugeschrieben.

Ein netter Ausspruch, der gerne auch mal von uns sogenannten Kreativen bemüht wird. Besonders dann, wenn ein Gegenüber mal wieder der Meinung ist, die Agentur solle einfach nur mal schnell eine „pfiffige“ Idee liefern, umsetzen könne man es ja dann alleine, dazu brauche man die Agentur nicht. Wozu auch? „Wissen Sie, das machen wir inhouse, auf dem kleinen Dienstweg, quick and dirty.“ Und überhaupt, der Bruder der Chefin, ja der hätte ein richtig gutes Händchen fürs Fotografieren, und für Betriebsfeiern schreibe er auch immer so launige Gedichte.

Starke Sache? Quelle: Form+Werkzeug 5/09

Starke Sache? Quelle: Form+Werkzeug 5/09

Aber nein, das ist kein Witz, sondern oft erlebte Realität. Die Ergebnisse solcher „In-house-Aktionen“ sind allerdings manchmal sehr witzig. Wie man an der o.g. Anzeige der Firma bedra sehr schön sehen kann. Vom Oberarm bis hin zur Tätowierung, hier signalisiert alles provinzielle Mittelmäßigkeit. Von Leidenschaft keine Spur, wie uns die Headline suggeriert. Mal ganz abgesehen davon, dass weder eine Internet- noch eine Postadresse dem potenziellen Kunden die Kontaktaufnahme ermöglichen. Wie man sieht, ist es durchaus möglich, jede gute Idee mit einer schlechten Umsetzung in den Marketingabgrund zu stoßen.

Die gleiche Idee, aber etwas anders und zeitlich lange vorher umgesetzt in einer Anzeigenkampagne für die Walter AG, einer der führenden Hersteller von Präzisionswerkzeugen zur Metallbearbeitung.

Anspruchsvolles Produkt, anspruchsvolle Umsetzung.

Anspruchsvolles Produkt, anspruchsvolle Umsetzung.

BGH bildet sich seine Meinung in Sachen Humor

9. Oktober 2009 by

Gerade eben bekomme ich den Newsletter der auf Medienrecht spezialisierten Stuttgarter Kanzlei Axel Rühl auf den Schirm. Darin lese ich, dass der Bundesgerichtshof (BGH) einen humorvollen Werbevergleich in einem äußerst witzigen Werbespot der taz durchgehen lässt. Der Spot, so schreibt Axel Rühl mit Verweis auf das BGH-Urteil sei von der Meinungsfreiheit gedeckt, da er keine unzulässige Herabwürdigung des Boulevardblattes enhalte (BGH, Urteil v. 1.10.2009, I ZR 134/07). Damit wurde ein Urteil des OLG Hamburg aufgehoben.

Ist doch interessant, dass in Deutschland sogar der Humor letztinstanzlich genehmigt werden muss. Und da wundern wir uns immer, dass unsere Nachbarn uns ein gerüttelt Maß an Humorlosigkeit zuschreiben. Wir von Kraas & Lachmann jedenfalls arbeiten jedenfalls gerne mit intelligentem Humor, wenn es zum Produkt und zum Unternehmen passt – und wenn der Kunde Mut dazu aufbringt.

Noch ein Nachschlag zum Thema Bild. Der lesenswerte BildBlog hat auch einen sehr humorvollen Werbespot in eigener Sache produziert. Schauen Sie mal:


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